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Hier ruht

Apotheker
Adolf Eichstaedt

geb. 11. Mai 1866
gest. 8. Okt. 1920

Gertrud Eichstaedt geb. Flebbe
geb. 16. Dez. 1882
gest. 7. Juni 1928

 

Adolf Georg Louis Eichstaedt wurde in Stade als drittes von vier Kindern geboren. Er besuchte das heu-tige Athenaeum, an dem er Ostern 1888 die Berechtigung zum Dienst als Einjährig-Freiwilliger als Schulabschluss erwarb. (Einjährig-Freiwillige waren (zuerst in Preußen eingeführte) Wehr-pflichtige mit höherem Schulabschluss (Obersekundareife, Ende der 11. Jahrgangsstufe), die nach freiwilliger Meldung einen Wehrdienst in einem Truppenteil ihrer Wahl als Präsenzdienst ableisteten. Sie konnten damit ihre Dienstzeit um zwei Jahre verkürzen und damit einen entscheidenden Vorteil für ihre spätere Karriere erzielen. Nach Abschluss der Grundausbildung und Bestehen einer Prüfung konnten sie Offizier der Reserve werden.) Seit 1870 war die Qualifikation zum Einjährig-Freiwilligen Militärdienst, eine dreijährige Lehrzeit, eine dreijährige Servierzeit und ein dreisemestriges Studium Voraussetzung für den Eintritt in den Apothekerberuf. Erst 1904 wurde dann die Primarreife (12. Jahrgangsstufe, ab 1920 das Abitur), ein viersemestriges Studium und eine zweijährige Kandidatenzeit nach dem Studium die die dreijährige Gehilfenzeit ersetzte Qualifikationsvoraussetzung.

image22In die Lehre ging er nach Bremen und machte dort 1891 das Gehilfen-Examen. Danach arbeitete er unter seinem Vater in der Löwenapotheke für ein halbes Jahr, bevor er als Einjährig-Freiwilliger bei der 9. Companie, 1. Hanseatisches Infanterie Regiment Nr. 75 in Stade seiner Militärdienstpflicht genügte. Anschließend ging er, wie sein Vater (3.3), als Student der Pharmazie an die Georgia Augusta (Georg-August-Universität) nach Göttingen, wo er 1895 sein pharmazeutisches Staatsexamen mit gut bestand. Wie schon sein Vater wurde er als Eichstaedt II dort 1896 Mitglied der studentischen Verbindung Corps Hildeso-Guestphalia, dessen Band ihm am 11.6.1904 verliehen wurde (der sog. Zirkel des Corps).

 

 

Vom Sommer 1897 an war Adolf Eichstaedt in der väterlichen Apotheke tätig, für die ihm am 27.7.1897 Prokura, eine durch seinen Vater an ihn erteilte umfangreiche geschäftliche Vertretungsmacht, gegeben wurde. Gemeinsam mit dem Provisor (einem in der Apotheke angestellten Apotheker) Marwitz wirkte Adolf Eichstaedt maßgeblich am Aufbau der Löwenapotheke mit. Marwitz übernahm später von seinem Schwiegervater, dem Hechthausener Apotheker Adolf Meyer, dessen Filialapotheke in Himmelpforten.

1903 übernahm Adolf Eichstaedt die Apothekenleitung von seinem Vater. Schon 1900 war er Bruder in der St. Antonii-Brüderschaft und 1902 Bruder in der Kaufleute- und Schifferbrüderschaft geworden. (In der Hansestadt Stade bestehen bis heute vier historische Brüderschaften. Drei von ihnen sind bereits im Spätmittelalter entstanden, die jüngste wurde im 16. Jahrhundert gegründet. Die Armenfürsorge ist das verbindende Element der Stader Brüderschaften.)

Am 31.5.1906 heiratete er die 16 Jahre jüngere Gertrud Flebbe in Wiesbaden (3.1). 1912 wurde er pharmazeutischer Bevollmächtigter bei der damaligen Bezirksregierung Stade, was er bis zu seinem Tode blieb. Für die Legislaturperiode vom 1.1.1914 bis 31.12.1916 wurde er zum Mitglied der Apothekerkammer der preußischen Provinz Hannover gewählt, die 1901 als Standesvertretung der Apotheker eingerichtet worden war. Mitglied des deutschen Apothekervereins wurde er am 12.3.1903. Während des 1. Weltkrieges (1914-1918) war Adolf Eichstaedt Adjutant im Range eines Hauptmanns beim Bezirkskommando Stade und wurde mit dem Eisernen Kreuz und anderen Orden ausgezeichnet. Er starb am 8.10.1920 in Stade.

Für die Witwe Adolf Eichstaedts, Gertrud Eichstaedt, und nach deren Tod 1928 für deren Kinder verwaltete die Löwenapotheke der Apotheker Christian Mundt aus Preetz/Holstein von 1920 bis 1932. Danach, bis 1935, die 1901 in Bremerhaven geborene Apothekerin Marga Gronau – sie gehörte zur ersten Generation, die das 1898 eingeführte Recht für Frauen Pharmazie studieren zu dürfen, nutzte. Der älteste Sohn von Adolf und Gertrud, Fritz, übernahm 1935 die Leitung der Löwenapotheke.

 

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