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In Apotheken werden Arzneimittel und Medizinprodukte abgegeben, geprüft und hergestellt. Weiterhin gehört zu den Aufgaben der Apotheke die Beratung der Kundschaft. Hier insbesondere über unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.

Das Wort Apotheke kommt vom Lateinischen apotheca und bedeutet Kramladen. Dies wiederum kommt aus dem Griechischen. Dort bedeutet es Kasten, Abstellraum, Vorratskammer. In Klöstern wurde apotheca der Raum für die Aufbewahrung von Heilkräutern genannt.

Im 8. und 9. Jahrhundert gab es in der arabischen Welt – in Bagdad und Damaskus – Drogen- und Gewürzhändler, die zusammen mit den heilkundigen Mönchen der abendländischen Klöster als Vorläufer der Apotheker angesehen werden können.

Eine Ablagekammer im Plan des Klosters von St. Gallen (heute Schweiz) aus dem 9. Jahrhundert, kann als Vorläufer einer Apotheke angesehen werden

Apotheke 1

 

Im Frühmittelalter bereitete der gelehrte Arzt von römisch-griechischer Bildung seine Arzneien selbst, soweit er dies nicht den Angehörigen des Kranken nach seinen Anweisungen überlassen konnte. Er war somit Arzt und Apotheker zugleich. Ähnlich war es in den Klöstern. Der Klosterarzt verwahrt seine pigmenta ac medicamenta, seine getrockneten Kräuter usw. in einem besonderen Gelaß, das als armarium pigmentorum auf dem Bauriß von 820 des Klosters von St. Gallen bezeichnet ist. Dieses lag unmittelbar neben den Wohnräumen des Arztes (domus medicorum). Der Apothecarius war also zugleich Arzt, und jahrhundertelang blieben diese beiden Berufe auch vielfach verbunden. So bildetet z.B. die Kräuterkammer des Landarztes gleichzeitig auch die Apotheke.

 

Der Beruf des Apothekers – auch mit dieser Bezeichnung – lässt sich im 12. Jahrhundert in Italien und Frankreich nachweisen. 1241 erließ der Stauferkaiser Friedrich II. für das Königreich Sizilien das „Edikt von Salerno“, eine Medizinalordnung. Dies war die erste gesetzlich fixierte Trennung der Berufe von Arzt und Apotheker. Das war der Anfang des abendländischen Apothekenwesens. Ebenfalls 1241 wird in einer Chronik aus Trier erstmals in Deutschland eine Apotheke erwähnt. Kaiser Karl IV. erließ um 1345 eine Medizinalordnung. Sie wurde dann Grundlage für viele städtische Apothekenordnungen.

Im Laufe des 14. Jahrhunderts wandelte sich der Apotheker vom fliegenden Händler zum wohlhabenden Patrizier. Er gehörte also zur städtischen Oberschicht. Er verkaufte nicht nur Heilpflanzen, Drogen und Gewürze. Er stellte auch selbst Arzneimittel in seinen Räumen, Offizin genannt, her.

Apotheke 2

 

Patrone, also Schutzherren, der Apotheker – ebenso wie der Ärzte – waren die christlichen Zwillingsbrüder Kosmas und Damian (Bild: Miniatur aus dem Stundenbuch der Anne de Bretagne, um 1505, Bibliothèque Nationale, Paris, rechts), die nach der Legende als Ärzte und Apotheker im Süden der heutigen Türkei heilend tätig waren. Sie sollen bei der Christenverfolgung des römischen Kaisers Diokletian im Jahr 303 den Märtyrer-Tod für ihren Glauben gestorben sein. Ihre Gebeine kamen 965 als sogenannte Reliquien nach Bremen (Reliquien sind sterblichen Überreste von als heilig verehrten Personen).

Miniatur aus dem Stundenbuch der Anne de Bretagne, um 1505, Bibliothèque Natonale, Paris

 

Da Stade zum damaligen Erzbistum Bremen, gehörte, wurden Patrone der meist nur kurz ‚St. Cosmae‘ genannten Kirche, die Heiligen St. Cosmae und Damian (Bild von Roland Struwe, Wikipedia, links).

St. Cosmae et Damiani Stade 2019

Roland Struwe (Sneecs), CC BY 3.0,
via Wikimedia Commons

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